Arbeits- und Industriesoziologie
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Was ist Arbeits- und Industriesoziologie?
Die Arbeits- und Industriesoziologie ist eine Subdisziplin der Soziologie. Die Arbeitssoziologie beschäftigt sich mit den Prozessen, sozialen Bedingungen, sozialen Beziehungen beschäftigt, unter welchen die Menschen eine zielbewusste Tätigkeit zu ihrer Daseinsvorsorge leisten [Erwerbsarbeit]. Zu den Problemstellungen der Arbeitssoziologie zählt die Herausarbeitung charakteristischer Muster von Arbeitsorganisation, Arbeitsverwertung, Arbeitsprozesse, aber auch wirtschafts- und sozialwissenschaftliche, historische und kulturantropologishe Vergleiche der Bedingungen, unter denen Menschen einer Erwerbsarbeit nachgehen sowie eine Beschreibung der Arbeitsverhältnisse in der Form empirischer Studien zur Lage der arbeitenden Klasse der Industriearbeiter bzw. Lohnarbeiter. Die Industriesoziologie erforscht, das Entstehen, die Ausformungen, den Wandel aber auch das Verschwinden von industriellen Strukturen, die mit der Dynamik der Industrialisierung verknüpften Formen und sozialen Folgen geseellschaftlicher Arbeitsteilung und betrieblicher Arbeitsorganisation. Die Industriesoziologie befasst sich ebenfalls mit individuellen und kollektiven Bewusstseinsprozessen und Handlungsorientierungen sowie mit Strukturen und Prozessen von Interessensauseinandersetzungen um die Gestaltung und politische Kontrolle von Produktion und Arbeitskräfteeinsatz in der Industriegesellschaft. Gegenstand der Industriesoziologie ist erstens die Rekonstruktion gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen der Verrechtlichung der Auseinandersetzung zwischen "Kapital" (den Eignern von Produktionsmitteln und Boden) und "Arbeit" (den abhängig Beschäftigten ohne Eigentum an Produktionsmitteln und Boden), zweitens die Beschreibung betrieblicher Strukturveränderungen und betrieblicher Sozialphänomene (z.B. Kooperations- und Herrschaftsbeziehungen im Bereich industrieller Arbeit) und drittens die Analyse der Veränderungen der Arbeitssituationen sowie der hieran geknüpften Erfahrungen und Verhaltensreaktionen von Arbeitskräften. Hierzu zählt etwa die Untersuchung der Veränderung von Qualifikationsanforderungen und die Belastungssituation der Beschäftigten in Industriearbeit.
