Map-Funktionen & Geotagging

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Geotagging

Geotagging ( geo (griech.) bedeutet Erde, wie in Geographie; tagging (engl.) meint Identifizierung oder Verschlagwortung und bedeutet, dass etwas mit einem Etikett, also weiterführenden Datensätzen versehen wird) ist eine geografische Verortung von Datensätzen (z.B. Nachricht, Weblog-Eintrag, Photos, Videos). Der Datensatz, welcher dem Datensatz angehängt wird, enthält Kartenkoordinaten, Breiten- und Längengrade, was meistens mithilfe des GPS-Systems geschieht. Mit Hilfe von Geotagging (inzwischen in viele Endgeräte installiert) kann der Nutzer etwa ein online Reisetagebuch erstellen, da die Bilder mit Datum versehen und einem geographischen Ort zugewiesen sind und so auf einer Landkarte dargestellt werden.

GPS (engl.: Global Positioning System ) ist " satellitengestütztes Navigationssystem, das am 17. Juli 1995 vom Verteidigungsministerium der USA in Betreib genommen wurde. Es basiert auf Satelliten, die ständig ihre sich ändernde Position und die genaue Uhrzeit ausstrahlen. Aus deren Signallaufzeit können GPS-Empfänger dann ihre Position und Geschwindigkeit berechnen. Auf Knopfdruck können Sie so mit einem GPS-Empfänger Ihre Position bis auf wenige Meter genau bestimmen. "

Unter dem Vorgang der Georeferenzierung, Geokodierung oder Verortung versteht man die Zuweisung raumbezogener Referenzinformationen, der Georeferenz, zu einer Datei oder zu einem Datensatz. Der Vorgang spielt eine wichtige Rolle in der Computerkartografie, de Fernerkundung und bei Geoinformationssystemen. Eine Georeferenzierung wird Datensätzen aus drei Gründen hinzugefügt: Daten oder Datensätze (z.B. Bilddateien, Videos) sollen in ein geodätisches Referenzsystem eingeordnet werden, d.h. mit Realweltkoordinaten versehen, geometrische Verzerrungen in Datensätzen insbesondere in Bilddaten, sollen eliminiert werden, oder Datensätze sollen stimmig gemacht werden.

Geschichte

Die Web 2.0 Foto-Community Flickr führte als erste die Funktion des Geotagging ein. Der geotag war ein weiterer Datensatz, dem Benutzer ihre Bilder anhängen und danach suchen konnten.

Flickr

Flickr ist eine große Internetplattform, die den Benutzern die Möglichkeit bietet ihre Fotos schnell und einfach im Internet zu veröffentlichen, mit Angaben, wo die Bilder entstanden sind (dank Geotagging). Die Bilder kann man mit geographischen Koordinaten versehen und einschliesslich auf Karten betrachten. Wegen des sehr großen Umfangs an Mitgliedern (5 Millionen) und Bildern (4,5 Milliarden) sind umfangreiche Suchsysteme notwendig, die die Bilder nach Tags, also Zusatzinformationen, sortieren. Da die Mehrzahl der Fotos (ca. 82%) öffentlich zugänglich sind, können sie in weiteren Mashups verwendet werden, zum Beispiel mithilfe von Geotags in Google Earth eingebunden werden.

Plazes

Ebenfalls auf das Geotagging wird bei Online-Communities zurückgegriffen, bei denen die Verortung des Nutzers im Raum im Vordergrund steht, so z.B. bei der Online-Community [Plazes]. Wichtig dabei ist, dass nicht der Nutzer selbst, sondern sein Mobiltelefon mit geotag versehen wird. Der Nutzer meldet sich also bei Plazes an, und ein Teil des Anmeldevorgang ist die Verknüpfung zwischen dem Nutzer-Account bei der Community Plazes und seinem Mobiltelefon. Nach Abschluss des Anmeldevorgangs kann der Nutzer also auf Wunsch jederzeit vom Internet aus sein Mobiltelefon lokalisieren, d.h. auffinden lassen. Als Nutzen dieser Online-Anwendung soll der Internetnutzer zukünftige Orte und Termine angeben, sich "verorten" lassen, um sich leichter mit Freunden, Bekannten oder auch Fremden treffen zu können. Diese Anwendung der Funktion des Geotagging sist allerdings hochgradig vertrauensrelevant, denn auch zahlreiche Missbrauchsmöglichkeiten sind vorstellbar, etwa Verletzung der Privatsphäre von Personen, Nachspionieren zwischen misstrauischen Partnern etc. Verwandte, ebenfalls kritikwürdige Anwendungen ermöglichen es Eltern, ihre Kinder (häufig ohne deren Wissen) lokalisieren zu lassen (um stets über ihren Aufenthalt informiert zu sein, sie zu kontrollieren etc.)

Qype

[Qype] ist eine Online-Community, die der Erschließung, Bestimmung, und Bewertung von Orten (z.B. Gaststätten, Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Ladenlokalen, Arztpraxis, Frisör) an allen Orten Deutschland durch die Nutzer dient. Hier wird ein Ort oder Ladenlokal mit geotag versehen und auf einer Landkarte abgezeichnet, um den Ort auffindbar zu machen und eine Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der Urteile durch die Internetnutzer bzw. Besucher dieses Ortes herzustellen.

Mashup-Konzept

Der Begriff Mashup ( to mash (engl.) bedeutet mischen) kommt aus der Musik und bedeutet Remix, also das zusammenmischen mehrerer Musikstücke zu einem neuen Ganzen. Dieses Konzept wurde in das Web 2.0 übernommen und bezeichnet hier das Verknüpfen mehrerer frei im Internet zugänglichen Anwendungen, Datenbanken und ähnliches zu einem neuen Angebot. Das ist möglich, da viele Online-Services, vor allem die nach dem Prinzip des user-generated-content (meint, dass die Inhalte von Nutzern erstellt und aufgebaut werden, als Beispiel gelten: Blogs, Communitys, Portale, Videoplattforme) arbeiten, ihre Daten offenlegen. In der Tat fördern sogar noch viele Seiten diese Vermischung, da sie von dem durch die Kooperation gesteigerten Bekanntheitsgrad profitieren. Es können vielfältigste Daten miteinander kombiniert werden, Video, Ton, Bilder, Landkarten und vieles mehr.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Integration der Dienste Google Earth und Google Maps in zahlreiche Seiten, um Landkarten zur Verfügung zu stellen. Als einer der großflächigsten Einsätze kann das Projekt Placeopedia betrachtet werden, der zu Wikipedia-Artikel Google-Landkarten liefert. Ebenfalls beliebt sind das Verknüpfen von Fotos und Landkarten oder Immobilienanzeigen und Stadtplänen.

Google Earth

Ist ein sehr bekanntes Mashup, wobei vor allem Fotos mit den Landkarten verknüpft werden. Mit Hilfe seines weltumfassenden Kartenmaterials wurden Anwendungen wie Geotagging erst ermöglicht. Des Weiteren kann so auch ortsbezogene Werbung eingeblendet werden. In Verbindung mit einem online-Kartensystem wie Google Earth können die Bilder dann auch Orten und Gegenden zugeordnet werden.

Technik

Das Geotagging wird durch das GPS-System ermöglicht.

Viele Digitalkameras können mit einem solchen Empfänger verbunden oder aufgerüstet werden, manche haben ihn bereits eingebaut. Dank dem GPS-Empfänger kennt die Kamera ihren Standort genau und kann diese Informationen in der Bilddatei EXIF (EXIF-Daten (engl.: Exchangeable Image File Format ) sind Zusatzinformationen in den Digitalfotos wie Datum, Uhrzeit, phototechnische Daten und Details, aber auch Koordinaten) speichern.

Mittlerweile können sogar Handys die aufgenommenen Bilder automatisch mit den Geotags versehen, da die GPS-Funktion als Navigation zur Verfügung haben (als Beispiel gelten iPhone 3G und Nokia N-Serie).

In den Vereinigten Staaten werden sogar SD-Speicherkarten mit integriertem GPS-System angeboten, die aufgenommene Bilder automatisch geotaggen.

" Eine kostenlose und sehr einfach zu bedienende Geotagging-Software ist das Programm COPIKS PhotoMapper. (Die Synchronisation funktioniert zurzeit problemlos mit Digitalfotos im JPEG-Format = Format der Bilderspeicherung). "

Mapping

Mapping (von engl.: Kartografie, Abbildung) meint Erzeugung einer Karte für eine definierte Umgebung auf Basis von Geokoordinaten oder Adresse (sprich: zoombare Strassen, Länder- und Satellitenbilder). Normalerweise sind Routenplaner und verschiedene Suchmöglichkeiten präsent, mit deren Hilfe die beliebige Strecke berechnet, angezeigt und ausgedruckt werden kann.

Als einige Beispiele gelten:

  • Google Maps, Yahoo!Maps und map24 sind Online-Dienste, die sowohl Karten- und Satellitenbildern, als auch Routenplaner besitzen. Das Angebot wird ständig durch verschiedenste Zusatzfunktionen, wie Zeicheninstrumente und Geocoding (engl.: Konvertierung einer Adresse in Geokoordinaten) erweitert.
  • Microsoft Virtual Earth liefert Aussichten aus der Vogelperspektive.
  • Google Earth stellt die dreidimensionale (3-D) Bilder der Erde zur Verfügung.
  • Poly9 FreeEarth ist ein 3-D Globus.

Google

Im Februar 2005 erscheint bei Google ein neuer Dienst, eine zoombare Landkarte, zunächst aber nur der Vereinigten Staaten. Sie beinhaltet einen Routenplaner und einige Suchmöglichkeiten nach orstbezogenen Services, zum Beispiel Hotels und Läden. Das langfristige Ziel war die Generierung von Einnahmen nach Google-Art, nämlich mit spezifischer, diesmal ortsgebundener Werbung. Bald darauf folgten die ersten Mashups, die Immobiliengesellschaft Craiglist integrierte ihre Angebote auf der Seite HousingMaps in die von Google bereitgestellten Karten. Wie es der Idee eines Mashups entspricht, unterstütze Google diese Neuerung, um den eigenen Dienst bekannter zu machen. Im Juni 2005 wurde von Google die Programmspezifikation (API (engl.: Application Programming Interface ) ist " eine Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung, die von einem Betriebssystem oder einer anderen Software bereitgestellt wird. Sie kann Befehle, Routinen enthalten, die von der Anwendung dazu benutzt werden, um untergeordnete Aufgaben im Betriebssystem des Computers abzurufen und auszuführen. ") veröffentlicht, um in Zukunft mehr neue Mashups zu generieren und von der Synergie zu profitieren.

Digitale Kartographie

Mit digitaler Kartographie konnte erst in den 60er Jahren begonnen werden, da die früheren Anlagen einfach nicht die Kapazitäten verfügten. Der Bedarf an Umweltdaten, die mit wenig Arbeitsaufwand reproduzierbar waren, entfachte zunächst das Interesse solch renommierter Forschungsinstitute wie "Laboratory for Computer Graphics and Spatial Analysis" in Harvard und "Experimental Cartographic Unit" in Oxford. Die wichtigsten Ziele waren: Bewältigung der Datenfülle, Verbesserung bestehender Informationsmöglichkeiten, schnelle Darstellung des statistischen Materials und eine gleichbleibende Qualität des Erscheinungsbildes.

Zunächst war die Kartenausgabe nur in gedruckter Form möglich, doch schon in den 80er Jahren stand mit dem sich rasant entwickelnden PC eine mächtige Visualisierungsplattform zur Verfügung.

In den 90er Jahren waren die PCs leistungsfähig genug um das Kartenmaterial nicht nur darzustellen, sondern auch zu verarbeiten zu können.

Mit der Verbreitung des Internets Ende der Neunziger war es nur ein kurzer Schritt bis zur der Möglichkeit die Karten online anzubieten und sie somit jedem zur Verfügung zu stellen, man spricht hier von den "maps on demand".

Einzelnachweise

Siehe auch

Bookmarking

Tagging

Literatur

  • Carl, Denny; Clausen, Jörn; Hassler, Marco und Zund Anatol. 2008: "Mashups programmieren". Köln: O'Reilly. ISBN 978-3-89721-795-9.
  • Hein, Andreas. 2007: "Web 2.0- das müssen sie wissen". Freiburg: Haufe. ISBN 978-3-448-08628-7.
  • Hennemann, Michael. 2008: "Digitale Fotografie- der Meisterkurs: Für Könner, die noch weiter wollen". München: Markt und Technik. ISBN 978-3-8272-4326-3.
  • Kollmann, Tobias und Häsel, Matthias (Hrsg.). 2007: "Web 2.0: Trends und Technologien im Kontext der Net Economy". Wiesbaden: Gabler. ISBN 978-3-8350-0836-6.
  • Olbrich, Gerold; Quick, Michael und Schweikart, Jürgen. 2002: "Mapping: Grundlagen und Praxis in Kartographie und GIS". Heidelberg: Springer. ISBN 978-3-540-64890-1.
  • Shuen, Amy. 2008: "Die Web 2.0-strategie: Innovative Geschäftsmodelle für das Internet". Köln: O'Reilly. ISBN 978-3-89721-866-6.
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